Gestern hatte ich eine Patientin, die kam mit einer banalen Rippenblockade zu mir in die Praxis. Was ich immer wieder nicht fassen kann ist, dass so eine banale Sache wie eine Rippenblockade solche medizinischen Rätsel aufgeben kann?!  Die Patientin hatte Schmerzen unter der linken Brust, schon seit Monaten. Damit war sie zunächst einmal zum Hausarzt gegangen. Der hatte nichts feststellen können und sie dann zum Frauenarzt geschickt. Hier wurde sie gründlich untersucht und auch das ergab keinen Befund. Dieser schickte sie dann zum Orthopäden. Hier durchlief sie das Procedere erst mal mit Röntgen, dann Ultraschall. Ergebnis: nichts! Sie konsultierte dann sogar einen zweiten Orthopäden. Dieser vermutete eine Rippenblockade (endlich!) und schickte sie zur Physiotherapie. Was meine Berufskollegen machten, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber 6x Krankengymnastik halfen der Patientin nicht. Nun kam sie also zu mir. Ich habe mich nach ihrem Bericht lediglich auf ihre Rippe gestürzt. Diese habe ich mit manueller Therapie so gut es ging gelöst. Es ist noch nicht ganz weg, aber es ist deutlich besser. Nun, dies ist nur ein Beispiel für eine unglaubliche Zahl von Patienten die verzweifelt durch die Praxen laufen. Und diese banale Rippenblockade ist nur ein Beispiel für die vielen anderen funktionellen Erkrankungen, die genauso wie bei dieser Frau an einer ganz einfachen Blockierung hängen. Wirkt diese sich dann nicht nur lokal aus (wie in obigem Beispiel), sondern irritiert auch noch dazu den vegetativen Grenzstrang (Sympathikus), der in unmittelbarer Nähe zur Wirbelsäule liegt, dann kann es eben auch zu unterschiedlichsten lokalen Erkrankungen kommen wie Reizdarm, Schulter-Arm-Syndrom, Fersensporn oder Migräne (u.a.). Dies hängt ab von dem Ort der Irritation.

Mein Wunsch ist Patienten zu helfen. Und anderen Therapeuten diese Therapie zu vermitteln.

Ich wünsche mir, dass die Sympathikus-Therapie irgendwann mal jeder kennt und damit sehr vielen ratlosen Patienten (und Therapeuten) geholfen ist.

Andrea Oberhofer